Der Löwe

„Der Löwe ist ein Raubtier.“ ODER „Genus vs. Sexus“

Ein kleiner Exkurs in die gendergerechte Sprache. Genus ist das grammatische Geschlecht und Sexus das biologische. Wie ist das mit dem Genderstern oder Binnen-i? Trägt es zur Gleichberechtigung der Geschlechter bei? Was wusste Goethe? Und warum sprechen Politiker, Moderatoren und Journalisten nicht mehr wie „ihr“ Volk?

Schaffen wir eine Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland, wenn wir die deutsche Sprache demontieren? Was ist ein generisches Maskulinum? Wenn ich sage, ich gehe zum Bäcker, kehre ich dann vor der Türe um, wenn eine Frau hinter dem Ladentisch steht? Unter den Amerikanern gibt es fast keine Impfverweigerer. Fragen wir uns nun, was denn mit den Amerikanerinnen ist und sind die dann vielleicht Verweiger*innen? Die Syrer sehnen sich nach Frieden. Ich behaupte, alle Syrer sehnen sich nach Frieden, auch die Frauen. Zurück zum Löwen. Der Löwe ist ein Raubtier. Auch wenn „der Löwe“ generisches Maskulinum ist, wissen wir, auch die Löwin ist ein Raubtier. Auch wenn „der Löwe“ Singular ist, handelt es sich bei der Aussage nicht um Einzahl. Deutschland – das Land der Dichter und Denker. Oder der Dichter*innen und Denker*innen? Wie ist das mit Goethe und dem Auerbachs Keller? Trinken dort Studenten oder Studierende? Noch ein Beispiel zur Anwendung des Partizip Präsens gefällig?
Aus „Die Streicher und Bläser der Berliner Philharmoniker gehören weltweit zu den besten.“ würde im Gebrauch des Partizip Präsens werden: „Die Streichenden und die Blasenden der Berliner Philharmonikerinnen und Philharmoniker gehören weltweit zu den besten.“ Wollen wir eine solche Sprachanwendung? Schaffen wir damit Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern ab? Würdigen wir damit die Lebensleistungen bedeutender und weniger bedeutender Frauen mehr als bisher?
Quelle

Den kompletten Artikel des Linguisten Peter Eisenberg mit dem Titel: „Die Genderfraktion verachtet die deutsche Sprache“ finden Sie auf www.berliner-zeitung.de zum Weiterlesen.

Finden Sie auf unserer Website einen Eintrag wie „allen Schülern, Lehrern, Mitarbeitern und Freunden wünschen wir schöne Ostern“, dann handelt es sich in der Formulierung um das generische Maskulinum. Eine Unterstellung der Diskriminierung von Schülerinnen, Lehrerinnen, Mitarbeiterinnen und Freundinnen implementiert Feminismusfeindlichkeit beim Lesenden, nicht beim Schreibenden (— hier passt das Partizip Präsens —).

Selbstverständlich ist es eine vollkommen exakte und praktizierte Formulierung, dass Frau xyz eine Lehrerin ist und in einer Klasse 19 Schülerinnen und 7 Schüler sitzen oder die Tutorin Frau abc sich um die Schülerinnen und Schüler ihres Kurses kümmert. Statt des Genus ist mit Personenbezug, also mit Bezug zu „konkreten, echten“ Menschen, die Formulierung gemäß Sexus zu wählen.

Engler (Schulleiter)